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Die magische Sommernacht unter bunten Bäumen | Vera & Mauro

Aktualisiert: 14. Nov 2018


Es war eine der magischsten Momenten aller Hochzeitsfeiern. Denn sowas, habe ich noch nie erlebt. Es war die Mischung der Musik, die aus den Lautsprechern tönte. Der klingen der Gin Tassen, das Rascheln des Rasens, das gejubel aus der Fotobox. Es war das Gefühl, die Kulisse, der Moment. Und ich glaube, nein ich weiß, dass es genau darum beim heiraten geht.


Einfach alles mal ganz anders machen, dachte ich mir. "Nein einfach alles genau so machen, wir wir es uns vorstellen" lächelten Vera und Mauro als ich sie zum Cafe im Süss & Würzig im Erlangen traf. Mein Liebelingscafe! Die beiden sind irgendwie alles. Sie haben die perfekte Mischung, sie stahlen Harmonie aus. Sie sind so irgendwie beste Freunde, aber können die Hände nicht voneinander lassen. Immer wieder fährt Mauro Vera über den Kopf und küsst sie sanft. Sie sind miteinander verbunden, das spüre ich auf den ersten Blick.


"Bist du nervös", frage ich Mauro als er sich seine Weste zuknöpft. "Ich will sie einfach nur sehen" lacht er und tänzelt mit den Füßen über den Terrassenboden. Seine Familie ist da, die Hunde rennen umher. Es ist nichts gestellt. Da ist nichts da, was sonst nicht da wäre, oder nichts versteckt, was man nicht sehen dürfte. Es ist wie es ist. Mit aller Aufregung. Aller Vorfreude. Er kann es kaum erwarten zu sehen, wie seine Vera als Braut aussieht.


Die Gläser klirren, die Mädels jubeln und trotzdem ist es irgendwie doch ganz still. Alle freuen sich für Vera, da ist kein Neid, keine Eifersucht, kein "scheiße mein Kleid sitzt nicht" es geht nicht um Perfektionismus, es geht nicht um Vergleiche. Es geht einfach nur um den großen Tag gemeinsam. Alles ist entspannt, alles ist so logisch. Es könnte gar nicht anders sein, als dass die beiden sich heute das Ja Wort geben. Für immer. Das ist ein großes Ding! Vera will sich nicht groß schminken lassen, immer wieder laufen ihr Freudentränen die Wange runter "ach egal, er mag mich eh am liebsten ungeschminkt." Die Haare ein bisschen zerzaust, das Kleid online bestellt... "hauptsache wir können barfuss tanzen" Ich spüre die Liebe in der Luft. Es ist fast so, als könnte ich sie anfassen.


Vera braucht kein Brautauto, sie fährt einfach bei mir mir und hüpft barfuss auf den Beifahrersitz. "Jetzt werde ich doch etwas aufgeregt, ich bin so gespannt wie ihr alles findet". Als wir am Wald ankommen haben wir noch ein Stück zu gehen. Ein paar schmale Wege entlang bis zu dem Ort, an dem die beiden sich das erste mal sehen möchten. "Ich will unbedingt den First Look, aber Mauro ist noch nicht ganz so überzeugt, erzählen mir die beiden im Vorgespräch. Doch schnell ist klar: wir machen das! Während wir schon mal zum Ort der Trauung geben um Mauro zu holen, bleibt mir fast die Spucke weg: was haben die beiden da auf die Beine gestellt?! Es beeindruckt mich nicht, weil es perfekt für Pinterest ist, oder perfekt für den Blog passt. Es begeistert mich, weil die beiden all das selbst erschaffen haben. Gemeinsam das Zelt aufgebaut, gemeinsam Schilder beschmückt, gemeinsam den Platz der Trauung geschaffen, gemeinsam dort Zeit verbracht. Es gemeinsam zu ihrem eigen gemacht. Das Essen macht der Papa, die Bar Freunde und Kollegen. Es ist ein zusammenkommen von allen. Es gibt keine Trennung zwischen Gast und Dienstleister. Alle helfen so gerne mit.



Die Trauung ist anders. Sie ist bunt, sie ist laut, es ist unglaublich heiß. Die beiden machen es so, wie sie es möchten. Gäste rufen dazwischen, es wird laut gelacht. Die Gäste lauschen und freuen sich. Die Freundin, die die Trauung macht erzählt von gemeinsamen Erinnerungen, früheren Zeiten. Die Freunde im Publikum fühlen sich angesprochen, sie erinnern sich alle zusammen. Sie lächeln, halten sich an den Händen und genießen das Glück. In diesem Ritual gibt es kein "Sie", kein "Ja mit Gottes Hilfe" es ist ein "Ja, mit vollem Herzen". Freunde sprechen und tragen Wünsche vor, erzählen von ihren gemeinsamen Erlebnissen. Es ist anders. Und trotzdem ist es auch ganz leise. Immer wieder flüstert Mauro italienische Worte ins Veras Ohr, sie halten sich. Ihre Trauversprechen sind echt. Nicht überzogen, nicht gestellt. Sie sind frei, sie fühlen sich leicht an. Die Gäste weinen vor Freude und Rührung. Mauro nimmt Veras Ring, er passt nicht "der muss" lacht er und steckt in sich in den Mund. Alle lachen. Genau so sind die beiden. Dann der Kuss. Ihr Moment.


Alles ist entspannt, die Gäste die sich kennen bilden kleine Grüppchen und setzen sich in die Wiese. Die, die sich nicht kennen, setzen sich einfach dazu. Es gibt kein Fremd, kein Braut, kein Bräutigam, die Gäste nicht nicht auf zwei Seiten, oder mehrere Tische aufgeteilt. Sie sind einfach wegen den beiden da. Und alles ist so unglaublich leicht. Es fühlt sich so an, als könnte es gar nicht anders sein. Doch trotzdem spürt man jeden Moment die Magie. Immer wieder schließe ich kurz die Augen und genieße es. Was für ein Fest!




Danke Vera. Danke Mauro. Für diesen Moment. Diesen Abend. Dieses Erlebnis. Ich werde es nie vergessen!


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